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Neuigkeiten zur Produktenorm

Update zu den Produktenormen Türen und Fenster, sowie dazugehöriges Beschläge

Der Zeitrahmen im neuen CPR‑System ist klar strukturiert, aber sehr ambitioniert. Zunächst wird die Standardisierungsanforderung (SReq) verabschiedet, danach haben die Normungsgremien max. 36 Monate Zeit (bis ca. Mitte 2029), um die harmonisierten Normen auszuarbeiten. Anschliessend werden diese Normen über einen Rechtsakt aktiviert und treten mit einer Übergangsphase / Koexistenzphase in Kraft. In der Praxis bestehen jedoch erhebliche Zweifel, ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, da viele technische Fragen noch offen sind und insbesondere die Abstimmung zwischen verschiedenen Gremien sowie die Überarbeitung bestehender Normen viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Gemäss der EU-Kommission ist die Einhaltung der 36 Monate jedoch ein Muss.


Ein zentraler inhaltlicher Punkt betrifft die Behandlung von Innen- und Aussentüren. Im neuen System gilt das Prinzip „ein Produkt – eine Norm“, weshalb es künftig nur noch eine gemeinsame Norm für Innen- und Aussentüren gibt. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil die klare Abgrenzung zwischen Innen- und Aussentüren in der Praxis oft schwierig ist, etwa bei Türen in halb exponierten Bereichen wie Laubengängen oder (offenen) Treppenhäuser. Die Unterscheidung erfolgt deshalb nicht mehr über getrennte Normen, sondern über die beabsichtigte und insbesondere die deklarierte Verwendung des jeweiligen Produkts (intended use / declared use). Die Norm enthält dabei eine umfassende Liste möglicher Eigenschaften (wesentliche Merkmale) für alle Anwendungen, jedoch entscheidet der Hersteller über die konkrete Nutzung seines Produkts und damit darüber, welche Eigenschaften tatsächlich relevant sind und er eine Leistung deklarieren will.


Eng damit verbunden ist die grundlegende Festlegung bei der Deklaration von Leistungen. Ein wesentliches Merkmal, das in der Norm enthalten ist, muss nicht automatisch deklariert werden. Eine Deklarationspflicht besteht nur dann, wenn sie durch den Delegierten Rechtsakt oder durch nationale Vorschriften ausdrücklich vorgeschrieben ist. Fehlt eine solche Verpflichtung, kann der Hersteller für dieses Merkmal einfach „null“ angeben, also keine Leistung deklarieren. Dadurch kann die Deklaration eines Produkts im Extremfall auf ein Minimum reduziert werden, teilweise sogar auf einen einzigen verpflichtenden Parameter. Dieses Konzept stellt eine deutliche Abkehr von bisherigen Praktiken dar und hat in der Diskussion zu Verunsicherung geführt, wird jedoch von der Kommission als bewusstes Prinzip zur Vereinfachung und Flexibilisierung des Systems bestätigt.


Zusammengefasst bedeutet dies: Der Zeitplan ist zwar klar vorgegeben, aber anspruchsvoll umzusetzen, die Unterscheidung zwischen Innen- und Aussentüren wird in eine einheitliche Norm überführt und über die Verwendung gesteuert, und bei der Deklaration gilt neu das Prinzip, dass nur noch verpflichtende Angaben gemacht werden müssen, während alles andere auch mit „null“ angegeben werden kann.

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Quelle Bild: EPD vs CPR: towards the end of national environmental declarations?

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